Menschen, die wir bewundern - #2: Russ Rankin (Good Riddance, Only Crime)

Unsere Inspiration bekommen wir von Menschen mit einer Can-Do-Attitüde. Menschen, die uns zeigen, was möglich ist, wenn du etwas willst und bereit bist, dich dafür einzusetzen. Menschen wie Russ Rankin, Punk-Sänger, Songwriter, Aktivist, Autor - und professioneller Hockey Scout.

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“MUSIK IST MEHR ALS NUR UNTERHALTUNG”

Russ Rankin hat die Punk-Szene in den letzten 30 Jahren ganz klar geprägt. Als Sänger von Only Crime, Creep Division - und Good Riddance, wofür er am bekanntesten ist. Mit diesen und zahlreichen anderen Projekten hat er die Szene weltweit beeinflusst. Seit 2012 hat Russ außerdem zwei Solo-Alben veröffentlicht, mit denen er textlich soziale und politische Themen, Liebe und persönlichen Verlust verarbeitet.

So weit so gut. Neben seinem Leben als Musiker hat Russ Russ immer offen über seine politischen Positionen gesprochen und viele Wohltätigkeitsaktionen unterstützt. Good Riddance nehmen an Benefizkonzerten teil, spenden Teile ihrer Plattenverkäufe und bei ihren Live-Shows kann man nicht nur T-Shirts und Merchandise, sondern auch Tierrechtsliteratur kaufen. Russ ist Mitglied der US-Amerikanischen Green Party und dient mit allen diesen Aktionen als Katalysator für soziale Gerechtigkeit und Tierrechte - und zwar über die Grenzen der Punkszene hinaus.

Klingt, als ob seine Tage 28 statt 24 Stunden haben müssten? Nun, neben Musik und Aktivismus arbeitet er auch noch als professioneller Hockey-Scout.

Moment: Das ist immer noch nicht alles, denn Russ hat für Magazine und Zeitungen wie AMP, New Noise, Alternative Press, Razorcake, und The Washington Times geschrieben.

Russ Rankin

All das im Hinterkopf, fühlt es sich etwas dämlich an, diesen Mann zu fragen, wie ein "normaler" Tag bei ihm aussieht: "Normalerweise schaue ich mir meinen Newsfeed auf dem iPad an, checke Twitter, teile und poste Artikel oder Ideen, die ich für relevant halte und von denen ich denke, dass sie für meine Follower oder Fans der Band relevant sein könnten." Danach läuft er eine Runde (weil er es auch liebt, selbst aktiv zu sein), vielleicht checkt er die Brandung, um sein Surfbrett nicht verstauben zu lassen. 

Wenn er schreiben muss, verbringt er danach einige Zeit in seinem Büro, bevor die Musik übernimmt: "Nun, normalerweise spiele ich auch ein bisschen Gitarre." Und brütet über Texte seiner Songs: "Ich habe Musik immer als etwas mehr als nur Unterhaltung betrachtet. Ich denke, sie kann ein effektiver Weg sein, eine Botschaft zu vermitteln und hoffentlich Menschen zu ermutigen, sie zu inspirieren und wissen zu lassen, dass sie nicht allein sind. "

Russ hält sich in der Tat nicht mit seinen Ideen über den Kapitalismus zurück, die Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen - und mit Tierrechten. War es die Musik, die ihn dazu brachte nachzudenken?

"Ich bin in einem ziemlich politischen Haushalt aufgewachsen, und meine Eltern haben sich über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden gehalten und oft die politischen Themen des Tages am Esstisch diskutiert. Durch Punk und Hardcore-Musik wurde ich weiter radikalisiert, seit ich in den frühen 1980er Jahren anfing, mich damit zu beschäftigen."

Eines seiner Hauptthemen ist der Verzehr von Tieren und wie wir sie behandeln. Warum ist ihm das so wichtig? "Ich denke, dass unser Klima für das menschliche Leben unaushaltbar wird, und ich denke, dass die Fleisch- und Milchindustrie mit der Massentierhaltung die größten und am einfachsten zu reduzierenden Ursachen sind. Außerdem behaupten die meisten Menschen, Tiere zu lieben, konsumieren aber weiterhin Produkte, die das Ergebnis schrecklicher Gewalt und Grausamkeit ihnen gegenüber sind."

Russ macht es sehr deutlich: "Ich denke, es ist an der Zeit, dass wir anfangen, unsere Werte zu leben und dafür zu kämpfen, die wertvollen Ressourcen auf unserem Planeten zu erhalten, anstatt zu ihrer Verschwendung und Zerstörung beizutragen." Dem haben wir hier nichts hinzuzufügen.

Wir haben weiter oben etwas verpasst, als wir über einen "typischen" Tag in Russ' Leben sprachen: "Je nachdem, welche Jahreszeit es ist, schaue ich eine verdammt dumme Menge Hockey im Fernsehen." Kein Wunder, da er auch als Hockey Scout unterwegs ist. 

"Ich arbeite für die Tri City Americans (WHL). Ich scoute Kalifornien für das Team, also reise ich während der Saison durch den Staat, beobachte Elite-Spieler im Bantam-Alter (14- und 15-Jährige), identifiziere die Besten der Besten, schreibe und reiche Scouting-Berichte an unseren GM und Head Scout und spreche mit den Spielern und ihren Familien über unsere Liga und unsere Organisation."

Er hat sich eines Tages in Hockey verliebt und geht aufs Ganze, was einfach seine Art ist, mit Dingen umzugehen, die er liebt: "Ich mag Sport, bin mit Surfen und Skateboarden aufgewachsen. Ich habe mich lange Zeit extrem mit dem Skaten beschäftigt. Ich surfe immer noch, wenn ich kann, und ich spiele einmal pro Woche in einer Herren-Hockeyliga."

Russ hat drei große Säulen in seinem Leben: Musik, die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen und Sport – wie könnten wir ihn dafür nicht lieben?

Hier ist noch eine Sache, für die wir Russ Rankin bewundern: Er wurde (und blieb) Straight Edge, während er Teil einer Szene war, in der Drogen und Alkohol eine große Rolle spielten und eine Reihe von Musikern deshalb völlig ausgeflippt sind oder sogar an Überdosen starben. (Straight Edge ist eine Subkultur des Hardcore-Punk als Reaktion auf die Exzesse der frühen Punk-Szene. Straight-Edge-Anhänger verzichten auf Alkohol, Tabak und andere Drogen.) Wir können uns nur grob vorstellen, wie schwer es gewesen sein mag, konsequent nach seinen eigenen Werten zu leben, während ein Großteil der Szene in und mit der man lebt ganz andere Wege einschlägt.

Hör dir unsere Spotify Playlist mit 26 Songs von und mit Russ Rankin an:


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